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Trotz aller Besonderheiten kann
die gegenwärtige Orgelsituation des Martins-Doms den gewachsenen Anforderungen
der Mainzer Domliturgie und dem reichhaltigen Konzertangebot nicht mehr zufrieden
stellend gerecht werden. Die letzten Modernisierungsmaßnahmen der Domorgel gehen
auf eine Zeit rund um das II. Vaticanum zurück, in der noch keinerlei
Domkonzerte stattfanden und die Begleitung der singenden Gemeinde nicht im
heutigen Maße erforderlich war. Ferner stellen sich
insbesondere die Erweiterungen der 1960er Jahre durch die Firma Kemper im
Querhaus und im Ostchor heute in einer nicht mehr zeitgemäßen, neobarocken und
orgelbewegten Klangästhetik mit zu obertonreichem Klangaufbau und nur
unzureichend grundtöniger und tragfähiger Intonation dar. Zunehmende Störungen
bis hin zu Ausfällen ganzer Teilwerke sind der damaligen Verwendung
minderwertiger Materialien und der antiquierten Technik geschuldet. Das als
Chororgel konzipierte Teilwerk an der weit zurückliegenden Nordwand der
westlichen Vierung kann seiner ursprünglichen Bestimmung nicht mehr
gerecht werden, da die Chöre bereits seit vielen Jahren anstelle auf der
Nordchorette im West-Chorgestühl ihren Platz finden. Ein klanglich vermittelnd-verbindendes
Element der weit entfernten Teilwerke fehlt. So verwundert es nicht, dass selbst
die stattliche Anzahl von 114 Registern den 109 Meter langen Kirchenraum nicht
hinreichend mit Klang zu füllen vermag, zumal die 7986 Pfeifen aus Gründen der
Denkmalpflege zum Großteil unsichtbar in Nischen versteckt sind. Gewissenhafte
Recherchen haben ergeben, dass eine vollständige Restaurierung der Domorgel als
unwirtschaftlich einzustufen ist.
So werden bereits seit 1986
entsprechende Überlegungen angestellt, die auf einen Domorgelneubau unter Verwendung der erhaltenswerten,
spätromantischen
Substanz der Klais-Orgel von 1928 hinauslaufen sollen. Um die Qualität der
instrumentalen Ausstattung des Mainzer Doms mit der kunsthistorischen Bedeutung
der Jahrtausendkathedrale in Einklang bringen zu können, wurden im Laufe der
Jahre alle denk- und undenkbaren Standorte diskutiert sowie durch aufwändige
Klangproben und Akustikgutachten auf ihre Eignung geprüft. Mittlerweile scheint
ein versöhnlicher Weg gefunden worden zu sein, der verspricht, sowohl
musikalischen als auch denkmalpflegerischen Begehren gerecht werden zu können.
Der doppelchörigen Anlage des
Domes mit liturgischen Zentren im Osten und Westen Rechnung tragend, soll es
wahrscheinlich auch zukünftig wieder auf eine mehrteilige Konzeption
hinauslaufen. Vorausgesetzt werden dabei die technische und die musikalische
Zusammenführung der unterschiedlichen Teilwerke zu einer Domorgel, ohne dabei in
ihren eigenen Funktionen beeinträchtigt zu sein. Die romanische Bischofskirche soll durch die
Orgelwerke klanglich beherrscht werden können, ohne dass eine vordergründig
forcierte Lautstärke durch zu obertonreiche Intonation dabei ermüdend wirkt.
Vielmehr soll die Kraft der Orgelanlage in den unterschiedlichen Standorten und
der Quantität der Registerzahl begründet sein. Dabei soll keine Stilkopie,
sondern eine moderne Kathedralorgel entstehen, die sich als selbstbewusste
Symbiose bewährter Entwicklungen des 19. bis 21. Jahrhunderts versteht.
Die Realisierung des Projekts
ist von großzügigen Spenden abhängig. Wenn Sie mithelfen möchten, den lang
gehegten Traum einer neuen Domorgel für Mainz Wirklichkeit werden zu lassen,
helfen Sie uns bitte mit einer Zuwendung auf u. a. Konto. Spendenbescheinigungen
können gerne bei Angabe Ihres Namens und der Adresse ausgestellt werden. Vielen
Dank!
Empfänger: Bistumskasse Mainz
Kto.-Nr.: 4000100019
BLZ: 37060193
Geldinstitut: Pax Bank eG Köln, Filiale Mainz
Betreff: Haushaltsstelle 7./9.1150.2200
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