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Internationaler Orgelsommer

Klaviaturen des Generalspieltischs der Mainzer Domorgeln, Quelle: Werbewerkstatt Korinski

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2011 fand erstmalig in der 1000-jährigen Geschichte des Mainzer Doms ein INTERNATIONALER ORGELSOMMER statt. Das Eröffnungs- und das Abschlusskonzert wurde von Domorganist Daniel Beckmann gestaltet, für die übrigen Konzerte konnten international renommierte Künstler gewonnen werden. Der hohe Zuspruch und der konstant gute Besuch erlauben eine erneute Durchführung vom 21.07. bis zum 08.09.2012. Bitte beachten Sie zu gegebener Zeit die entsprechenden Vorankündigungen an dieser Stelle. 

 

 


 

Schlussresümee zum ersten Internationalen Orgelsommer am Hohen Dom zu Mainz

 

Domorganist Daniel Beckmann im Gespräch mit Jan-Geert Wolff

 

 

Jan-Geert Wolff: Der erste Internationale Orgelsommer in Mainz ist zu Ende. War er in Ihren Augen ein Erfolg?

Daniel Beckmann: Oh ja. Die Konzerte waren mit durchschnittlich 200 bis 250 Besuchern sehr gut frequentiert. Als Domorganist bin ich oft selbst in anderen Kirchen und Kathedralen zu Gast, daher weiß ich, dass ein solcher Besuch bei Orgelkonzerten keinesfalls selbstverständlich ist. Insbesondere an der Abendkasse hat sich gezeigt, dass nicht nur die Mainzer, sondern auch viele Touristen und auswärtige Orgelinteressierte Gebrauch von dem Angebot gemacht haben. Zugegeben: Zuvor hatte ich ein wenig die Befürchtung, mit neun Konzertabenden in wöchentlicher Folge ein wenig zu ehrgeizig gewesen zu sein, zumal ein neues Kulturangebot natürlich immer auch ein gewisses Wagnis darstellt. Man kann sich nie sicher sein, dem Bedarf und Geschmack der Kulturrezipienten zu entsprechen. Nun, nach Abschluss des Festivals, bin ich aber froh und dankbar, dass das Konzept aufgegangen ist, und somit ein neuer kultureller Akzent am Dom, in der Stadt und der gesamten Region gesetzt werden durfte.

 

 

Jan-Geert Wolff: Welche Reaktionen haben Sie denn vom Publikum erhalten?
 

Daniel Beckmann: Mich erreichten zahlreiche E-Mails, Briefe, Telefonate und persönliche Ansprachen, die überraschend einstimmig Dank und Glückwünsche für den Internationalen Orgelsommer zum Inhalt hatten. Viele Leute haben sich gefreut, einen Einkaufsbummel in der Stadt mit einem Orgelkonzert im Dom ruhig ausklingen lassen zu können, andere nutzten das Angebot als Beginn eines schönen Abends mit anschließendem Restaurantbesuch. Einige haben mehrere Hundert Kilometer Anfahrt auf sich genommen, um genau diesen oder jenen Künstler zu hören, und wiederum andere haben sich eine Konzertkarte oder gar ein Festivalabonnement zum Geburtstag schenken lassen. So hatten die Konzertbesucherinnen und –besucher vielfältige Motivationshintergründe, in einem waren sich aber alle einig: der Internationale Orgelsommer war eine Bereicherung.

 

 

Jan-Geert Wolff: Und wie fanden die einzelnen Künstler die Atmosphäre im Dom?

Daniel Beckmann: Den Mainzer Dom haben alle geladenen Interpreten als sehr stimmungsvollen, kunsthistorisch bedeutenden, außergewöhnlich atmosphärischen und somit künstlerisch inspirierenden Raum kennen- und lieben gelernt. Das Publikum hat sich als herzlich und dankbar erwiesen. So wurden in jedem Konzert durch lang anhaltenden Applaus Zugaben verlangt, die die Künstler gerne zu Gehör brachten. Bezüglich der Domorgel waren die Reaktionen jedoch weniger überschwänglich. Ein Teil der geladenen Interpreten kannte zwar das Instrumentarium und wusste, worauf er sich eingelassen hatte. Der andere Teil hingegen war von der Komplexität der Domorgel regelrecht erschlagen und hat ganze „Nachtschichten“ im Dom verbringen müssen, um die schwierige Situation mit fehlenden elektronischen Spielhilfen und einem technischen Stand von 1964 verstehen und für das jeweilige Programm einrichten zu können.

 


Jan-Geert Wolff:
Stilistisch konnten die Zuhörer Musik eigentlich sämtlicher Epochen hören. Welche Idee steckte hinter dieser Programm-Planung?

Daniel Beckmann: Es gab bewusst kein Motto, um den Gastorganisten größtmöglichen Gestaltungsspielraum zu gewähren. Meiner Erfahrung nach sind Konzerte immer dann am interessantesten, wenn der Interpret seine eigenen Vorlieben und Stärken bewusst ausspielen kann. Insbesondere die Darbietung von Eigenkompositionen durch zwei Gastorganisten wirkte vor diesem Hintergrund in besonderem Maße authentisch. Natürlich hat sich der Name Liszt wie ein roter Faden durch die Konzertprogramme gezogen, um seines 200. Geburtsjahres in besonderer Weise zu gedenken. Ansonsten stand Musik des 14. bis 21. Jahrhunderts auf dem Programm.

 

 

Jan-Geert Wolff: Wird es eine Fortsetzung im kommenden Jahr geben?
 

Daniel Beckmann: Gestärkt durch die positiven Reaktionen und hohen Besucherzahlen bin ich zuversichtlich, das Angebot im nächsten Jahr fortsetzen zu können. Langfristig wünsche ich mir darüber hinaus, dass der Internationale Orgelsommer zu einer festen Institution im hiesigen Kulturleben werden darf.

 

 

Jan-Geert Wolff: Wann müssen Sie mit den Planungen hierfür beginnen?

Daniel Beckmann: Die Planungen müssen unmittelbar jetzt in Angriff genommen werden, da international renommierte Organisten frühzeitig angefragt werden möchten. 

 

 

Jan-Geert Wolff: Wird es Änderungen zum Konzept des ersten Durchlaufs geben?

 

Daniel Beckmann: Der konkrete Zeitrahmen muss noch intern abgestimmt werden. Mit Rücksicht auf die Beichtgelegenheit vor Konzertbeginn und das 18:00-Uhr-Geläut, das leises Orgelspiel im Dom zum Teil übertönt hat, sollten die Konzerte zukünftig eine halbe Stunde später beginnen. Eventuell könnte ein gelegentlicher Einsatz von weiteren Instrumentalisten im Zusammenspiel mit Orgel für Abwechslung sorgen. Ansonsten denke ich, dass das Konzept gut war und eine Wiederholung durchaus verdient hat.

 

 

Schon gehört...?

Jörg Armbrüster im Gespräch mit Daniel Beckmann zum Internationalen Orgelsommer (SWR2 Journal vom 7.7.2011)

Schon gesehen...?

Daniel Beckmann zieht im Gespräch mit Karsten Pachollek (Gutenberg TV) ein Schlussresümee zum IOS, September 2011


PDF Programmheft des Internationalen Orgelsommers

Pgrammheft des Internationalen Orgelsommers 2011, Gestaltung: Werbewerkstatt Korinski


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